Häufigster Vertreter der Kellerschwammarten ist der Braune Kellerschwamm, Coniophora puteana. Daneben treten im Gebäude noch der Marmorierte, C. marmorata, seltener der Trockene, C. arida und der Olivbraune Kellerschwamm, C. olivacea auf. Neben dem Echten Hausschwamm (Klassenbester unter den Holzzerstörern) rangelt der Braune Kellerschwamm mit dem Ausgebreiteten Hausporling um den zweiten Platz. Dunkelbraune bis schwarze wurzelartige Gespinste aber auch weiße, fächerartig gefiederte Mycelien und warzige Fruchtkörper mit hellgelbem Rand (daher auch "Gelber Holzschwamm" genannt) sind Erkennungsmerkmale des Braunen Kellerschwamms. Der Pilz erzeugt eine intensive Braunfäule. Das Mycelbild kann verwirren, denn das junge, frische Mycel ist zunächst schneeweiß bevor es später braun und am Ende schwarz wird. Hier könnte es, zusammen mit dem Schadbild einer "Braunfäule", zur Verwechslung mit dem Echten Hausschwamm kommen. Anders als der Echte Hausschwamm, bildet der Braune Kellerschwamm kein flächiges Mycel, was ihn vor Austrocknung schützt. Damit bleibt eine Überdauerung bei Trockenperioden auf das Vorhandensein einer nahen Wasserquelle begrenzt, an anderen Stellen ist sie ausgeschlossen.
Den Namen "Keller"schwamm darf man nicht zu wörtlich nehmen, denn er kann im Gebäude auch in höheren Etagen vorkommen. Dort befindet er sich z.B. in Bädern, weil es dort tropfende Kaltwasserleitungen oder undichte Abläufe gibt oder im Dachbereich, wenn Undichtigkeiten nicht repariert wurden. Im Gegensatz zum Echten Hausschwamm benötigt der Braune Kellerschwamm eine deutlich höhere Holzfeuchte, möglichst > 50 - 60%. Es wird beschrieben, daß der Braune Kellerschwamm nahe (<30cm) seiner Wasserquellen auch relativ trockene Holzbereiche (>18-20%) überwächst. Er stirbt jedoch (wie alle Naßfäulepilze) ab, wenn die Holzfeuchten im Befallsbereich dauernd unter 20% fallen, es also trocken ist. Die Fruchtkörper des Braunen Kellerschwamms weisen an der Oberfläche eine augenscheinlich erkennbare und für ihn typische Warzenstruktur auf, die zu der weiteren Bezeichnung "Warzenschwamm" führte. Die Fruchtkörper sind wenige Zentimeter bis handtellergroß.
Der Braune Kellerschwamm kann auch mit anderen Naßfäulepilze zusammen auftreten. In dem nachfolgenden Bildbeispiel trat er zusammen mit dem Echten Hausschwamm auf. Die eingelagerten Holzmöbel, um dessen Verzehr sich beide Pilzen in diesem Kellerraum stritten, wurden allerdings vor den Aufnahmen bereits als nur noch lockerer Würfelbruch ausgeräumt.
Stehen die Hölzer noch unberührt da, kann man davon ausgehend den Zusammenhang zu den in den oberen Bildern kreisförmig ausgebildeten, gefächerten Mycelstrukturen herstellen. Genau dort, wo das Holz an der Wand zuvor anlehnte, ist der Mittelpunkt solcher Fächerkreise. Nimmt man die oben beschriebene Art und Weise des Braunen Kellerschwamms, sich nah seiner Wasserquelle auch relativ trockenes Holz abzubauen, gibt dies einen Sinn, der sich sonst eigentlich nicht erschließt. Die Wasserquelle ist vermutlich hier im Mauerwerk zu suchen: eine recht stabile Kondensation von (überwiegend im Sommer) einströmender warmer Luft, die langanhaltend in der kalten Kellerwand auskondensieren kann. Mit dem im Wandmauerwerk gepufferten freien Wasser versorgt sich der Pilz und überbrückt trockenere Zeiten im Winter. Von dieser sicheren Wasserversorgung ausgehend, kann und muß der Pilz die relativ trockneren Holzteile im Kellerraum bewachsen, um sie dann abzubauen. Die im Labor gefundenen Feststellungen lassen sich also in der Praxis wiederfinden und damit belegen. Sicher nicht möglich sind Wassertransporte über größere Entfernungen als vielleicht 30 cm.
Das obere linke Bild mit der Klorolle ist zweideutigen Inhaltes. Was sie auch zeigen soll, ist das Rückzugsgebiet dahinter, wo eine höhere Feuchte herrscht und das Holz doch nahe bleibt. Im oberen rechten Bild wäre wiederum die mögliche Wasserquelle zu erraten, wenn man dann richtig kombiniert hat: ein Kaltwasserrohr mit locker angebatzter Dämmung und daneben ein offenes Kellerfenster mit einströmender Sommerluft = Tauwasseranfall mit lang anhaltender Durchfeuchtung des Mauerwerks. Der Witz, die Dämmung, die Tauwasser verhindern sollte, dämmt das Tauwasser gegen Verdunstung. Nahe des erkennbaren Mycels des Braunen Kellerschwamms wäre auch hier seine Wasserquelle vorhanden. Die hier angelehnt gewesenen Holzteile sind allerdings nicht mehr da. Sie wurden bereits vor der Aufnahme entsorgt.
In den etwas "gemäßigteren" Klimabereichen entwickelte sich daneben ein Befall durch den Echten Hausschwamm. Die vom Braunen Kellerschwamm ignorierte Aktenaufbewahrungsfrist des Finanzamtes konnte so nicht mehr eingehalten werden. Wir wissen nicht, was das Finanzamt dazu zu sagen hätte. Ein Schelm, wer jetzt denkt, daß so etwas ja auch dem Amt selbst zustoßen könnte. [zurück zur vorigen
Seite] [zurück zur Übersicht]
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||