Holzarten für den Hausbau
Sicherheit durch Farbkernhölzer !
Die Fichte (Picea abies) als die in Mittel- und Nordeuropa dominierende Baumart
liefert das klassische und meistgenutzte Bauholz. Vor allem in Norddeutschland wird
die Kiefer (Pinus sylvestris) bisweilen an ihrer Stelle verwendet, in den
süddeutschen Wuchsgebieten der Tanne (Abies alba) gelegentlich auch diese.
Die Neufassung der DIN 68 800-2 geht vom Grundsatz aus, "so wenig Chemie wie
möglich, so viel wie notwendig" und bietet seit 1996 die Möglichkeit,
ganze Häuser ohne Holzschutzmittelverwendung zu bauen. Voraussetzung ist
dabei, dass die tragenden und aussteifenden Hölzer der
Gefährdungsklasse Null
zugeordnet werden
können, aufgrund ihrer Lage im Bau und/oder der verwendeten Holzart.
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| tragende Holzkonstruktion,
beidseitig durch Holzwolleleichtbauplatten verkleidet |
So braucht z.B. Fichtenholz, wenn es für Insekten unzugänglich,
d.h. beiderseits beplankt (siehe links) und ohne die Gefahr einer Durchfeuchtung
eingebaut wird, nicht mehr mit Holzschutzmitteln behandelt werden.
Wo dies nicht möglich ist, oder wo man es im rauhen Baustellenbetrieb nicht
sicher gewährleisten kann, dass nicht doch irgendwo "Schlupflöcher"
bleiben oder entstehen, bietet sich die Verwendung von Farbkernholz an: Nach DIN 68
800-3 (2.2) ist im Bereich der
Gefährdungsklasse 1
, wo "nur" Gefahr durch
Insektenbefall droht, keine Notwendigkeit einer Holzschutzmittelbehandlung mehr
gegeben, wenn "
Farbkernhölzer verwendet werden, die einen Splintanteil
unter 10% aufweisen
". Die folgenden Bilder demonstrieren warum:
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Der "Holzwurm" (
Nagekäfer
) in einer
Kiefernholzdielung: Das dunkle Kernholz hat er gemieden!
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Der gefährliche
Hausbock
frisst nur im
(verbauten) Splint der Kiefer und lässt das Kernholz des Sparrens
stehen!
|
Kiefer, Lärche und Douglasie
haben nicht nur den Vorteil eines
weitestgehend nagekäfer- und hausbockresistenten Farbkerns, sondern ihr Holz
ist auch
dauerhafter gegenüber Pilzbefall
und von seinen technischen Festigkeitseigenschaften her besser als die allgemein
verwendete Fichte. Angesichts stark wachsender Vorräte dieser Holzarten in
den deutschen Wäldern sollten sich Bauplaner und Handwerker mit dem
stärkeren Einsatz dieser wertvollen Hölzer anfreunden. Es gibt bereits
Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben: z.B. die Firmen
Heinrich Fahlenkamp
,
Ruthard Männle
und
Scheerer Zäune
.
Rohdichte und Festigkeiten der wichtigsten Nadelbauholzarten
| Eigenschaften |
Kiefer
|
Lärche
|
Douglasie
|
Fichte
|
| mittlere Rohdichte bei u = 15%
Holzfeuchte in g/ccm |
0,52
|
0,59
|
0,58
|
0,47
|
| Elastizitätsmodul aus
Biegeversuchen in N/qmm |
11.000
|
12.000
|
12.000
|
10.000
|
| Druckfestigkeit in N/qmm |
45
|
48
|
50
|
40
|
| Zugfestigkeit in N/qmm |
100
|
105
|
100
|
80
|
| Biegefestigkeit in N/qmm |
80
|
93
|
80
|
68
|
| Scherfestigkeit in N/qmm |
10
|
9
|
7
|
7,5
|
(Aus: Informationsdienst Holz, Hölzer für Bau und Ausbau. Nach DIN 68
364. Die mittleren Kennwerte für das Elastizitäts-modul und die
Bruchfestigkeiten gelten für fehlerfrei gewachsene Holzproben und eine
Holzfeuchtigkeit von u = 12% (Gleichgewichtsfeuchtigkeitsgehalt im Normalklima DIN
50 014 -20/65-1).
Ausführliche Informationen zu den einzelnen Baumarten
finden Sie auf
den Homepages des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums:
http://www.forst.bayern.de/docs/holz_baumart.html
, der
"Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" (Bauminfoblätter zur Bestellung:
http://www.sdw-online.de/infos_online.htm
) und der Homepage der Wyss
& Leuenberger AG
http://www.w-l.ch/
.
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