Holzproduktion und -einschlag im Wald
Ein wesentliches Ziel der Forstwirtschaft ist es, Holz
möglichst hoher Qualität zu erzeugen. Dazu ist es
notwendig, standortangepasste und stabile Waldbestände
über viele Jahrzehnte lang regelmäßig zu
pflegen.
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Neuaussamung im Forstwirtschaftswald Foto: Dr.
Kürsten
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Aufforstung nach Kahlschlag Foto: Dr. Kürsten
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Es beginnt damit, dass man die natürliche Ansamung junger
Bäume durch die allmähliche Auflockerung des alten
Bestandes fördert oder auf einer Freifläche Jungpflanzen
mit gesichert guten Erbeigenschaften pflanzt. Wichtig ist, dass die
Jungpflanzen von Anfang an dicht genug stehen. Dann müssen sie
gleich um ihren "Platz an der Sonne" kämpfen. Dabei
überleben die, die am schnellsten wachsen. Vor allem aber
sterben (und fallen) die Zweige im unteren Stammbereich ab, bevor
sie dick geworden sind, und das ist entscheidend für die
Qualität des Holzes im Bereich des späteren Baumstammes.
Der Vergleich zwischen einem Einzelbaum im Garten und einem
Waldbaum macht es deutlich: Einzelbäume haben einen kurzen
Stamm und schon unten dicke Äste. Eine alte Waldbuche, wie auf
dem Bild oben zu sehen, kann einen "astreinen" Stamm von mehr als
10 m Länge erreichen. Nur aus solchen Stämmen - wenn sie
dann auch gerade sind - lässt sich wertvolles Schnitt- und
Furnierholz gewinnen.
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Durchforstung Foto: Dr. Kürsten
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Am intensivsten ist der Konkurrenzkampf zwischen den Bäumen
bei den "Teenagern" und den "Twens". Auf dem Foto sieht man gut,
dass die dünnen Zweige unten schon weitgehend abgefallen sind.
In diesen von den Forstleuten "Dickung" genannten Beständen
kann und braucht man nicht viel eingreifen.
Wenn der Waldbestand etwa 30 Jahre alt geworden ist, beginnen
die sogenannten "Durchforstungen": Alle 5 bis 10 Jahre geht der
Förster durch den Bestand und schaut nach, wo Bäume mit
einem geraden Stamm und einer gut geformten Krone stehen. Weniger
gute Exemplare, die den guten Licht, Wasser und Nährstoffe
streitig machen, werden markiert (z.B. mit einem roten Punkt) und
dann von Waldarbeitern gefällt.
Die dabei anfallenden Stämme sind zunächst zum
Sägen noch zu dünn und werden deshalb zu Papier oder
Spanplatten verarbeitet. Zunächst werden Sie meist mit
Maschinen an den Wegrand gezogen ("gerückt") und dann per
Holztransporter zu den entsprechenden Fabriken gebracht.
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Wetteifern im Wachstum, die Jungbäume in der Forstplantage
in "Reih und Glied" Foto: Fr.Kürsten
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Erst 80 bis 250 Jahre nach der Ansamung oder Pflanzung können
Stämme mit großem Durchmesser und höchster
Qualität "geerntet" werden. In Deutschland kommen dabei
"Kahlschläge" nur noch selten vor. Häufiger erfolgt der
Wechsel in die nächste Waldgeneration durch die
allmähliche Entnahme "reifer" Stämme über einen
Zeitraum von 10 bis 30 Jahren. Das letzte Foto zeigt die
Fällung einer der alten Tannen im Schwarzwald, die für
den Bau des Holz-Daches auf dem EXPO- und Messegelände in
Hannover verwendet wurden:
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Fällung einer der alten Tannen im Schwarzwald, die
für den Bau des Holz-Daches auf dem EXPO- und
Messegelände in Hannover
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Eine genauere und fachlich in die Tiefe gehende Beschreibung der
Bewirtschaftung von Wäldern in Mitteleuropa und in den Tropen,
quasi ein forstliches Lehrbuch online, finden Sie in den Materialien
zur Forstwissenschaft von Margarete Payer.
Der ideale Ausgangspunkt für die Suche nach aktuellen
Informationen über die Forstwirtschaft in Deutschland
(Waldflächen, Waldbesitzverhältnisse, Forstverwaltungen
in den einzelnen Bundesländern) ist die Seite http://www.wald-online.de.
Einen Überblick über die Menge des Holzes, die in
Deutschland jährlich eingeschlagen, bzw. importiert und
verarbeitet wird, und die Zusammensetzung des Holzverbrauches geben die
Holzbilanzen 1998 / 1999 für die Bundesrepublik
Deutschland.
Die Frage, ob man guten Gewissens mehr Holz verwenden kann, wird
in folgendem Aufsatz beantwortet: "Perspektiven der Holznutzung weltweit".
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