Hummelnestmotte,
Hummel-Wachsmotte, Aphomia sociella
- Spuren dieser oft am Holz wohnenden Insekten
Wenn der Dachdecker die Dachhaut aufdeckt, um hier und da den
einen oder anderen Schaden zu beseitigen, dann stößt er
oft an merkwürdige Gespinstgebilde aus dicht aneinander
liegenden, wie fest aneinander genähte Stoffröhrchen, die
wiederum fest am Holz verankert sind. Mal erinnern sie an den
Patronengürtel eines Westernhelds, mal an bizarre
tropfsteinhöhlenartige Seidengespinste. Da sie stets fest am
Holz, zudem in tiefen Holzrissen und tief in den Verbindungen (am
Fachwerk in den Verzapfungen) auftreten, lässt sich der
(falsche) Schluss ziehen, sie würden die tragende
Holzkonstruktion schädigen.
Tatsächlich können an diesen Stellen auch
(natürlich nicht grundlos) Pilzschäden vorhanden sein,
die den Zusammenhang verschleiern könnten.
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Beim Öffnen der Dachhaut trifft der Dachdecker häufig
an den Sparren festverankerte flachsartige Kokons an, die von der
Hummelwachsmotte stammen könnten. Foto: Rüpke
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Bizarre tropfsteinartige Gebilde, fest verwachsen in den
Holzverbindungen, deuten (falsch) auf möglicherweise
holzzerstörende Zusammenhänge hin. Foto: Rüpke
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Im Detail: das im oberen Bild an der Verbindung Dachlatte
Sparren vorgefundene Gespinst. Foto: Rüpke
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Im Detail: das im oberen Bild unter der Dachverschalung am
Lattenstoß zum Sparren vorgefundene Gespinst. Foto:
Rüpke
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Meist im Gebäude befindliche Nester von Hummeln, Wespen und
auch Hornissen sind Nahrungsquelle
der Hummelnestmotte oder Hummel-Wachsmotte, Aphomia sociella. Sie
gehört in die Familie der Zünsler, Pyralidae; eine
Unterfamilie sind die Wachsmotten, Galleriinae. Thomas
Rickinger berichtet hierzu Details. Sie ist
verwandt mit der Großen Wachsmotte, Galleria
mellonella, und der Kleinen Wachsmotte, Achroea
grisella. Während die letzteren Arten der Schrecken jedes
Imkers sind, weil sie unbedingt auf das Vorhandensein von
Wachswaben angewiesen sind, benötigen die Hummelmotten dagegen
Wachs nur bedingt.
Da das widerspenstige Gespinst der Raupen, in dem sie sich auch
verpuppen, sehr lange hält, ist es weniger verwunderlich, in
der Regel auf leere Gespinstnester der Hummelmotten ohne jedes
Überbleibsel der zuvor bestandenen Hornissen-, Wespen- oder
Hummelnester zu stoßen.
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In einem Astloch und einem tiefen Holzriss am Sparrenfuß
stecken ältere Kokons. Der zufällig auch vorhandene
Pilzschaden hat mit dem Gespinst nichts zu tun. Foto:
Rüpke
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Auch unauffällig im Holzriss sind hier die vielleicht
schon sehr alten Kokons vesteckt und bleiben unentdeckt. Riss und
Kokons haben mit einem Schaden nichts gemein. Foto: Rüpke
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Sucht man die nähere Umgebung ab, findet man vielleicht
alle Zusammenhänge. Oft sind auch bei genauer Betrachtung der
Fotos aus Schadensaufnahmen solche Hinweise im Bilddetail
erkennbar.
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Das Bild aus der Schadensaufnahme: genauer betrachtet, fanden
sich nah den Gespinsten der Hummelwachsmotte die Reste eins
Insektennestes. Foto: Rüpke
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An anderer Stelle zeigte sich unter der Lupe auf dem Foto der
Schadensaufnahme einen Wabenrest, was den Beleg und Zusammenhang
zur Hummelwachsmotte herstellte. Foto: Rüpke
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Die Fundorte der Raupen- und Kokongespinste sind im Bauwerk oft
an Stellen, wo man sie nicht erwartet, z.B. an der Auflage der
Dielen auf dem Tragbalken oder in tiefen Holzrissen. Spaltet man
die Risse auf, sieht man keinerlei Schäden am Holz, sondern
nur die fest verankerten Gespinste. Auch die abgenommenen Dielen
zeigen an der Auflagestelle lediglich die hier versteckten
Gespinste, jedoch keinerlei Holzschäden.
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Dieses Dielenbrett war auf dem Tragbalken vernagelt. Dazwischen
und am Rand zeigte sich das Gespinst der Hummelwachsmotte. Das Holz
war unversehrt. Foto: Rüpke
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Der aufgespaltene Holzriss brachte Reste der Gespinste der
Hummelwachsmotte im Rissbreich zutage. Das Holz daneben war
erkennbar frisch und ohne Schäden. Foto: Rüpke
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Lernt man, die sich im Detail darstellenden Zusammenhänge
zu beachten, wird es möglich, die spezifischen Beziehungen der
Kokongespinste von anderen Schäden durch holzzerstörende
Insekten und Pilze eindeutiger gegeneinander abzugrenzen.
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