Bei der zur Zeit im Handel befindlichen Lärche handelt es sich meist um europäische Lärche mit rötlichem Kern (Larix decidua) aus heimischer Waldwirtschaft unterschiedlicher Lagen oder um die im Kern mehr gelbliche sibirische Lärche (Larix sibirica), die aus Westsibirien stammt, möglicherweise aus Raubbau, der einzigartige Urwälder durch Holzschlag bedroht. Etwa 30% des Holzes aus Westsibirien stammt aus illegalen oder verdächtigen Quellen. (Angabe: WWF ). Letztere hinterlässt in einer höchst sensiblen Landschaft tiefe Narben, die sich auch nach Jahrzenten nicht schließen werden. Bei sibirischer Lärche sollte man daher auf Ware mit FSC-Zertifikat bestehen.
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Gewaltig, die Menge deutscher Holzimporte aus Osteuropa. Vermutet wird ein
hoher Anteil (bis zu 50%) aus illegalem Einschlag.
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Der Raubbau an Sibirischer Lärche wird gefördert durch die enorme Nachfrage. Das Märchen um deren erhöhte Dauerhaftigkeit spielt dabei eine fatale Rolle. Tatsächlich ist die heimische Lärche sogar aus niederen Lagen der sibirischen in der Dauerhaftigkeit völlig gleich zu stellen, die aus dem alpinen Standort ist in der Dauerhaftigkeit noch besser. Warum dann also Lärche aus Sibirien?
Weil man sie offen unter den Augen des Staates mit großem Profit aus einer fast menschenleeren Naturregion raubbaumäßig holen kann! Ohne Nachfragedruck ginge das nicht. Das Image ist hilfreich, das Märchen von der erhöhten Dauerhaftkeit...
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Es ist die Unwissenheit um die Entstehung der Dauerhaftigkeit in der Lärche. Ausschlagebend für die Dauerhaftigkeit sind allein die im Kernholz eingelagerten Kernstoffe. Nichts gemein hat die Festigkeit mit Dauerhaftigkeit. Insofern hat die Enge der Jahrringe zwar auf die Festigkeit einen gewissen Einfluss, nicht aber auf die Dauerhaftigkeit. Die Dauerhaftigkeit heimischer Lärchen mit weiten Jahrringen ist völlig identisch mit sibirischen Lärchen mit engen Jahrringen.
Im Gegensatz zu heimischen (kultivierten) Lärchenarten und sibirischer Lärche, die in der Dauerhaftigkeit (Dauerhaftigkeitsklasse 3 - 4 = mäßig bis wenig dauerhaft) völlig gleich sind, erreicht jedoch die alpine Lärche mit der Einlagerung von Kernstoffen eine höhere Dauerhaftigkeit (Dauerhaftigkeitsklasse 3 = mäßig dauerhaft). Österreich mit seinem großen Bestand (rd.25%) an alpiner Lärche bietet sich so als natürlicher und naheliegender Lieferant an.
Häufig wird in Prospekten die Holzart Lärche für den bewitterten Außenbereich empfohlen. Die Werbestrategen mischen dabei mit den Begriffen Feststigkeit, Jahrringen und Dauerhaftigkeit ein Bunten Kessel an, nur um ihre Produkte an den Mann zu bringen.
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"...besonders die sibirische Lärche, aufgrund ihrer feinjährig
gewachsenen Jahrringe, sei besonders resistent und widerstandsfähig
gegenüber Witterung".
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| Lärchenholz ...Die europäische Lärche wird überall in Europa angepflanzt. Sie ist ein wertvoller Waldbaum, der sehr widerstandsfähig ist. Er trotzt Frost-, Schnee- und Sturmeinbrüchen ebenso wie heißen Sommertemperaturen. Das Holz riecht aromatisch, ist sehr fest, dauerhaft, trocknet schnell, ist widerstandsfähig gegen Pilzbefall und gut bearbeitbar. Perfekt geeignet für den Außenbau. |
| Bodendielen aus Lärche ,das Holz der Sibirischen Lärche ist hell und freundlich, seine Struktur sehr fein. Auf Grund seiner hohen Festigkeit wird Lärchenholz im Außenbereich vollkommen unbehandelt eingesetzt. |
| Tatsachen über europäische Lärche (natürlich ohne chemischen Holzschutz) | ||||||||||||||||||||||||||||
| DIN EN 350-2, Tab. 2 und 3; Mai 1994, lfd-Nr in DIN: 2.6: | ||||||||||||||||||||||||||||
| Lärche - mäßig dauerhaft bis wenig dauerhaft | ||||||||||||||||||||||||||||
| Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350-2, Klassifikation der natürlichen Dauerhaftigkeit gegen holzzerstörende Pilze | ||||||||||||||||||||||||||||
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Lärche - Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 - mäßig dauerhaft bis
wenig dauerhaft
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Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350-2, Klassifikation der
natürlichen Dauerhaftigkeit gegen Hylotrupes bajulus, Anobium punctaum, Lyctus
brunneus und Hesperophanes cinnereus
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| Lärche - Klasse "S" - anfällig | ||||||||||||||||||||||||||||
| Resistenzklassen nach DIN 68364 und nach EN 335-1 (aus: DIN EN 460) die Allgemeinen Gebrauchsbedingungen und Gefährdungsklassen, "Das Verhältnis der Gefährdungsklassen zu Resistenzklassen": | ||||||||||||||||||||||||||||
| Lärche entspricht der Resistenzklasse 3 - 4 und kann in Gefährdungsklasse 1=ohne Erdkontakt abgedeckt (trocken) bis 2=ohne Erdkontakt abgedeckt (Risiko einer Befeuchtung) als eigenresistent (also ohne chemischen Holzschutz) verbaut werden | ||||||||||||||||||||||||||||
Kaum ein Unterschied in den physikalischen Werten der 3 wichtigsten
Farbkernhölzer:
(Aus: Informationsdienst Holz, Hölzer für Bau und Ausbau. Nach DIN 68 364. Die mittleren Kennwerte für das Elastizitätsmodul und die Bruchfestigkeiten gelten für fehlerfrei gewachsene Holzproben und eine Holzfeuchtigkeit von u = 12% (Gleichgewichtsfeuchtigkeitsgehalt im Normalklima DIN 50 014 -20/65-1). |
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| "Für die Sibirische Lärche (Larix sibirica) liegen inzwischen Untersuchungsergebnisse vor, die beweisen, dass sie etwas dauerhafter gegen Pilze als die heimische Lärche (Larix decidua) ist. Deshalb wird die Einordnung in Dauerhaftigkeitsklasse 3-4 (entsprechend der europäischen Lärche (Larix decidua)) mit dem Zusatz ergänzt, dass bei einer Rohdichte von > 700 kg/m³ die Dauerhaftigkeitsklasse 3 zugrunde gelegt werden kann. Das Splintholz wird, wie für Nadelholz zu erwarten, als anfällig gegenüber Hausbock eingestuft. Zur Anfälligkeit für Anobien werden die vorliegenden Daten als zu wenig Aussagekräftig bezeichnet. In einer Fußnote wird für das Farbkernholz jedoch ein Anobienbefall als unwahrscheinlich angenommen. Diese Aussage deckt sich mit der bekannten Beobachtung, dass Anobien Splintholzzonen gegenüber Farbkernholzzonen bevorzugen. Aus sachverständiger Sicht rechtfertigt die geringfügig bessere Einstufung - sofern eine Rohdichte über 700 kg/m³ vor liegt - nicht, die Abholzung sibirischer Wälder zu unterstützen. Vor dem Hintergrund, dass die Daten zur besseren Einstufung der sibirischen Lärche sich nur auf Anwendungen außerhalb des Erdkontakts beziehen, ist ihr Einsatz für Terrassen weiter in Frage zu stellen. Erfahrungsgemäß liegen bei Terrassenkonstruktionen immer wieder einzelne Konstruktionszonen vor, die direkt oder über Verschmutzungen einer Erdkontaktsbelastung ausgesetzt werden. Bei Holzbestellungen sollte nach Alternativen gesucht werden". Qu.: Arnold, 2012, Kommentierung DIN 68800-1:2011-09, Zu: Tabelle 3 Natürliche Dauerhaftigkeit der nicht nach DIN EN 1995-1-1/NA verwendbaren und nicht in DIN EN 350-2 aufgeführten Holzarten |
Wie kommt es zu solchen Aussagen: Terassenbeläge aus Lärche seien besonders langlebig, wo laut DIN EN 350-2 (1994) Lärche in die Dauerhaftigkeitsklasse 3 bis 4 (mäßig bis wenig dauerhaft) eingeordnet wird?
Holz dieser Dauerhaftigkeitsklasse kann nach DIN EN 460(1994) in
Gefährdungsklasse 3 (ohne Erdkontakt frei bewittert) eingestuft werden. Dies hat
zu widersprüchlichen Auffassungen über Dauerhaftigkeit und Verwendung von
Lärchen- und Douglasienkernholz geführt. Aufgrund von Verunsicherung bei
Planern und Endverbrauchern hat die
Deutsche Gesellschaft für Holzforschung
DGfH
1997 Freilandversuche unternommen.
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Einige Ergebnisse aus den Freilandversuchen:
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