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Neue Pilze am lebenden Baum: Gattung Phytophthora (= Pflanzenverderber)

Eichensterben in Kalifornien

Quelle: Institut für Pflanzenschutz im Gartenbau
Mitte der neunziger Jahre beobachtete man in Europa ein bisher unbekanntes Triebsterben am Rhododendron, wobei sowohl Containerpflanzen in Baumschulen als auch freistehende Rhododendren betroffen waren. Krankheitsursache war eine bis dahin unbekannte Phytophthora-Art .

Als am 14.Febr.2002 die Neue Zürcher Zeitung über einen Pilz berichtete, der Kaliforniens Eichen und Redwoods befällt, war damit klar, welche Auswirkung die inzwischen weltweite Verbreitung von bestimmten Erregern der pilzähnlichen Organismen der Gattung Phytophthora bereits hat. So stellte David Rizzo an der University of California durch DNA-Analyse den gleichen Pilz fest, der zuvor in der BRD und den Niederlanden an den Rhododendren isoliert worden war.

Die ältesten und größten Baumbestände der Erde, die Redwoods, (deren Holz bekanntlich wegen des Gehaltes an ätherischen Ölen, Harzen und Tanninen eine sehr hohe natürliche Dauerhaftigkeit gegenüber Pilzbefall hat) sind bedroht. Ebenso die Eichen der amerikanischen Westküste, die Coast live Oak, die Black Oak und Tan Oak, aber auch Lorbeer und Ahorn. Das Baumsterben wurde anfangs wegen gleichzeitig auftretendem Borkenkäferbefall gar nicht richtig erkannt. Nun ist es zu einer Epidemie ausgeartet und es gibt vorerst kaum eine Hilfe. Bereits zehntausende von Bäumen in einem Gebiet von über 40.000 km 2 sind dem zum Opfer gefallen.

Geschichtlich interessierte wissen, welche Katastrophe die Phytophthora infestans anrichten kann, als seinerzeit in dem von England besetzen Irland die Kartoffelpflanze infiziert wurde. Eine Hungersnot traf das irische Volk und führte zu einem unvorstellbaren Aderlass durch Tod und nachfolgend zu der großen Auswanderung nach Amerika.

Neues Erlensterben und Eichensterben in Europa

Vielerorts fallen dem Spaziergänger auch in unseren Wäldern die Lichtung der Baumkronen, eine gewisse Kleinblättrigkeit oder die Vergilbung von Blättern oder Nadeln auf.

Nicht immer sind es aber die Umweltbelastungen oder Schädigungen durch den Forstbetrieb. Es sind oft rein biotische Ursachen, also z.B. ein Befall durch Insekten und Pilze, die dem beginnenden Waldsterben zugrunde liegen können.

Häufig tritt bei uns eine altbekannte Weißfäule auf, die vom Kiefernwurzelschwamm erzeugt wird.

Weiter gehören zu den vielen bekannten Erregern pilzähnliche Organismen der Gattung Phytophthora, die in der Landwirtschaft z.B. als Kartoffelfäule gefürchtet ist. (Kraut- und Knollenfäule, Phytophthora infestans).

Die weltweit verbreiteten Erreger der Gattung Phytophthora sind seit Mitte der 90er Jahre als Verursacher von Waldschäden an Erle, Buche und Eiche nachgewiesen. Ein "Erlensterben" trat durch eine neue Phytophthora-Erkrankung erstmals 1993 in Großbritannien, 1994 in Niedersachsen und inzwischen in ganz Mitteleuropa auf (Großbritannien, Irland, Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien: seit 2000, Österreich, Ungarn: seit 2000, Schweden) Zum Phytophthora-Erlensterben und die Die Situation 2001.
-> Merkblatt der Bayrischen Staatsforstverwaltung:
Phytophthora-Wurzelhalsfäule der Erlen (2001)

Nun sterben auch Altbuchen durch Phytophthora cambivora. Besonders in Bayern inzwischen weit verbreitet, erkrankten Eichen an einer neuen, auf Eichen spezialisierten Art Phytophthora quercina. Die Phytophthora-Arten wurden als Wurzelpathogene nachgewiesen. Die Verbreitung ist abhängig vom Standort, z.B. saure (pH < 4,3), überwiegend sandige Standorte sind nicht betroffen. Der Krankheitsverlauf bei Eichen und ungeklärte Fragen sind bei der Uni-München gut aufgelistet.

Ein weiterer pathogener Bodenpilz ist besonders an Fichten, an Kiefern und Douglasien der als "Rotfäule" bekannte Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum), der Wurzelfäulen verursacht.

Folgen des Pilzbefalls sind mehrjährig sich verstärkende Krankheitserscheinungen, wie Wurzelschäden und eine Kronenverlichtung bis zum Zurücksterben der Krone und zum Windwurf oder zum Absterben der Bäume. Es gleicht dem bisher bekannten Waldsterben durch Umwelteinflüsse, die überwiegend durch Immissionen mitverursacht sind. Es ist daher wohl nötig und wichtig, auch die verheerenden Auswirkungen durch Pilzbefall, neben dem gut erforschten Einflüssen durch Insektenbefall und Umwelteinflüsse vertieft zu untersuchen und im Auge zu behalten.

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